Eine Privatisierung des Freibads, wie es von der Bürgerliste vorgeschlagen wird, lehnen die Jusos daher ab. Sie befürchten, dass dann die bisher sozialverträglichen Preise nicht mehr gehalten werden können. Bisher habe das Bad auch vielen Menschen, die sich beispielsweise keinen teuren Badeurlaub leisten könnten, als preisgünstige Naherholungsmöglichkeit gedient.
Alle kommunalen Entscheidungsträger müssten sich nun dafür einsetzen, dass es nicht zur Verschlechterung der elementaren Leistungen der Daseinsvorsorge und Sicherung der Lebensqualität komme. Da auch Eltville aufgrund der schwarz-gelben Steuerpolitik auf Bundesebene nun weniger Geld zur Verfügung habe, solle auch der Bürgermeister seine Pläne für eine Kulturstadt Eltville noch einmal auf deren Finanzierbarkeit hin überprüfen.
„Bei allen Versuchen, Eltville zu einer Hochkulturstadt zu machen, dürfen die alltäglichen Bedürfnisse der Einwohner nicht vergessen werden. Das sind nun einmal in erster Linie Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung“, unterstützt SPD-Vorsitzender Ralf Bachmann die Initiative der Jusos.
Darüber hinaus dürften die Möglichkeiten des bürgerschaftlichen Engagements nicht überschätzt werden. Wie es sich andernorts vielfach gezeigt habe, könne ehrenamtliches Engagement nur in außerordentlich engen Grenzen als vollwertiger Ersatz für öffentliche Leistungen dienen. Die Sicherung der öffentlichen Daseinsvorsorge, zu der die Jungsozialisten insbesondere Bildung, Kinderbetreuung und die Pflege des Stadtbildes zählen, müsse daher absoluten Vorrang vor etwaigen weiteren Prestigeprojekten haben.



