Dass viele vom Kreistag auf Antrag der SPD-Fraktion bereits 2006 beschlossenen Forderungen hinsichtlich einer Attraktivitätssteigerung der Bahnlinie 10 erst Ende dieses Jahres umgesetzt werden, könne nicht gerade Euphorie auslösen, so Ujma. „Allerdings setzt der RMV ab dem Fahrplanwechsel im Dezember doch einen lobenswerten Meilenstein im Schienenregionalverkehr zwischen Koblenz, Wiesbaden und Frankfurt“, lobt die SPD-Kreistagsfraktion.
Sie begrüßt ausdrücklich den durchgehenden Stundentakt mit Verdichtungen im Berufsverkehr als das Minimum eines attraktiven Fahrplanangebots. Dieser müsste aber – ohne Verdichtungen – auch samstags und sonntags gelten! Denn die Verbesserung des Bahn-Angebots im Rheingau ist nicht nur für den Pendlerverkehr wichtig. Auch die richtig gesetzten Ziele des Zweckverbands Rheingau bezüglich der Entwicklung des Tourismus-, Naherholungs- und Freizeitangebots erforderten unbedingt eine attraktive Alternative zur Pkw-Benutzung. Nur so ließen sich verstopfte Straßen vermeiden.
„Im Freizeit- und Tourismusverkehr sollte zumindest für die Gäste aus Wiesbaden das künftige Angebot auch greifen“, hofft die SPD-Kreistagsfraktion. Ujma fügt aber hinzu: „Vom Linienendpunkt Frankfurt Hbf aus wird ein Ausflug per Bahn, beispielsweise in den Rheingauer Teil des Welterbes Mittelrheintal, wegen der nach wie vor langen Fahrzeit leider wenig attraktiv erscheinen.“ Die in vielen Flusstälern beliebte Kombination von Radfahren und Bahnfahren, ggf. auch mit der Schifffahrt, werde nach Fertigstellung des Leinpfad-Ausbaus endlich auch im Rheingau möglich.
Es gebe aber noch Hausaufgaben: Die Mehrzahl der 10 Bahnstationen im Rheingau genüge den heutigen Standards für einen benutzerfreundlichen Zugang zum Bahn-Angebot nicht. Abgesehen vom schlechten optischen Zustand vieler Bahnhöfe sei der vorgesehene Umbau der Bahnsteige äußerst wichtig, weil sonst bei Einsatz der neuen Fahrzeuge trotzdem das Ein- und Aussteigen auf manchen jetzigen Bahnsteigen nur geringfügig erleichtert würde. Besonders die Mitnahme von Kinderwagen und Fahrädern bliebe also problematisch. Daher müsste der Umbau unbedingt innerhalb des Jahres 2010 fertig gestellt sein! „Sollte dies gelingen“, so Ujma, „kann aus dem Flirt auch Liebe werden!“
Sorgenkind bleibe allerdings die Verknüpfung des Rheingaus mit dem Regional- und Fernverkehr. Sie werde nach Auffassung der SPD-Kreistagsfraktion zwar werktags mit der generellen Durchbindung der Züge nach Frankfurt Hbf künftig verbessert. Für viele Ziele im Fernverkehr sei aber inzwischen der Flughafenbahnhof der optimale Verknüpfungspunkt. Leider sei weiterhin zwischen Rheingau und Flughafen das Umsteigen in Wiesbaden Hbf in die S-Bahn erforderlich. Die wünschenswerte Realisierung der „Wallauer Spange“ und damit einer schnellen und komfortablen Flughafenanbindung stünde bekanntlich ja noch in den Sternen, bedauert Ujma.



