Es stellt sich hier schon die Frage, was die Geschäftsleitung bewogen hat, eine für die Region nicht unerhebliche Entscheidung so kurzfristig zu treffen.
Der Fortgang von Ärzten und die Tatsache, dass sich aufgrund eines allgemeinen Mangels an Gynäkologen von heute auf morgen keine geeigneten Nachfolger finden lassen, hat sich sicherlich nicht über Nacht herausgestellt.
Hier sind ganz offensichtlich erhebliche Planungsfehler verantwortlich für diese, nach Ansicht der SPD-Fraktion weit reichende Entscheidung.
Letztendlich geht es auch um die Attraktivität der Region Rheingau, die für die Entscheidung, gerade von jungen Familien, hier zu wohnen, ausschlaggebend ist.
Dazu gehört eben nicht zuletzt auch eine ausreichende Gesundheitsversorgung mit der Möglichkeit, auch hier zu entbinden.
Nun ist es aber so, dass im Umkreis von 50 Kilometern keine Geburtshilfeabteilung mehr zu Verfügung steht und das ist kein befriedigender Zustand, zumal aus allen Richtungen der berechtigte Ruf nach mehr Kindern ertönt, so Fraktionsvorsitzender Mahr.
Ganz laut kommt dieser Ruf aus Richtung der Kirche und an diesem Punkt ist das Unverständnis am größten; ist doch die Trägerschaft des Krankenhauses in Rüdesheim in kirchlicher Hand. Und hier stellt sich die Frage, wie sich ihr christlich – soziales Bekenntnis zum hohen Stellenwert von Familien und Kindern mit der Entscheidung ausgerechnet zur Schließung einer Geburtshilfestation zu vereinbaren ist.
Die SPD-Kreistagsfraktion weiß auch um die allgemein schwierige finanzielle Situation mit der die Geschäftsführung unter anderem ihre Entscheidung begründet.
Nichts desto Trotz wäre eine rechtzeitige Klärung der Prioritäten, gerade im Hinblick auf die Bedeutung für die Region Rheingau, wünschenswert gewesen, so Georg Mahr abschließend.



