Zunehmende Gefährdung der Weinkultur im Rheingau verhindern

historische Weinanlage Steinberg bei Eltville

„Die Kirschessigfliege hat sich in Hessen etabliert und wird auch in Zukunft die Bestände von Weinbauern in Hessen bedrohen und stellt ein relativ hohes Gefährdungspotenzial für den Weinbau dar“, heißt es einer Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Marius Weiß an die Hessische Landesregierung zum Thema Ausbreitung der Kirschessigfliege in Deutschland. Der SPD-Abgeordnete Marius Weiß sieht dadurch eine Gefährdung der heimischen Weinkultur im Rheingau, was nun seitens der Landesregierung mit der Beantwortung dieser Anfrage bestätigt wurde. „Die Hochschule Geisenheim University hat hierzu ein Monitoring erstellt. Dabei wurde auch der Rheingau untersucht und das Ergebnis hat gezeigt, dass es in 2013/14 eine rasante Zunahme der Ausbreitung der Kirchessigfliege gegeben hat. Der Grund hierfür liegt wahrscheinlich in den milden Wintermonaten in 2013/14, sodass sich die Kirschessigfliege in 2014 besonders gut vermehren konnte“, berichtet der Landtagsabgeordnete Marius Weiß mit Blick auf die Beantwortung der Anfrage.

Die Kirschessigfliege stammt ursprünglich aus Japan und verbreitete sich über die vergangenen Jahrzehnte zunächst im asiatischen Raum, bevor sie schließlich vor wenigen Jahren in Europa entdeckt worden ist. Im Jahr 2011 wurden demnach erste Befunde der Kirschessigfliege in der Schweiz und vor allem im südeuropäischen Raum dokumentiert. Die Fliege befällt vorzugsweise rote süße Früchte, meist Kirschen, Trauben, Pflaumen, Beeren und macht diese ungenießbar. „Der vergangene milde Winter in Deutschland und die zeitweise tropischen Sommertage erwiesen sich als neues potenzielles Einzugsgebiet der Kirschessigfliege. So bedroht das Insekt dieses Jahr erstmals die Bestände von Weinbauern in Deutschland und zuletzt auch in Rheinhessen. Die Heimische Weinbauern warnen vermehrt vor der Gefahr der schnellen Vermehrung und befürchten langfristige Ernteausfälle“, berichtet Marius Weiß. Die Weinbauern sehen derzeit die einzige Möglichkeit, ihre Ernte zu schützen darin, dem Schädling durch eine Frühernte zuvorzukommen.

„Es hat bereits Ernteausfälle bei den heimischen Weinbauern gegeben. Welche langfristigen Folgen die Kirschessigfliege haben wird, ist schwer zu quantifizieren, sodass man den betroffenen Weinbauern eine Unterstützung anbieten muss und Initiativen zur Bekämpfung der Kirschessigfliege ergreift. Vor wenigen Tagen hat im Bundeslandwirtschaftsministerium eine Konferenz zur Nationalen Bekämpfungsstrategie Kirschessigfliege stattgefunden. Die Ergebnisse der daraus resultierenden Erkenntnisse sollen auch für den hessischen Wein- und Obstanbau die Grundlage für die Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Befall mit der Kirschessigfliege in den kommenden Jahren bilden.“ zitiert der SPD-Abgeordnete Weiß aus der Antwort auf seine Kleine Anfrage.

„Es ist geplant, im 1.Quartal 2015 eine insbesondere auf den Weinbau ausgerichtete länderübergreifende Beratungsinitiative gemeinsam Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen zu starten. Dies begrüße ich ausdrücklich. Länderübergreifend können am besten alle Möglichkeiten und Verfahren des biologischen Pflanzenschutzes und auch die zur Bekämpfung verfügbare Pflanzenschutzmittelpalette eingebunden werden“, so der Landtagsabgeordnete Marius Weiß abschließend.